Sprecherhaus, Jenins

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Auftragsart:         Direktauftrag
Bauherr:              Familie Hattich
Bauleitung:          energiebauen.ch AG
Bauingenieur:       Elmar Schriber, Mels
Status:                Bezogen

 

Jenins: ein kleines, traditionelles Weinbaudorf mit alten Häusern und engen verwinkelten Gassen in der Bündner Herrschaft. Schon von der Zufahrtsstrasse her fällt der Turm des historischen Oberen Sprecherhauses am nordöstlichen Siedlungsrand des bäuerlich geprägten Oberdorfes auf. Das herrschaftliche Haus brauchte eine sanfte Restaurierung. Zudem sollte das Anwesen mit einem Neubau erweitert werden. Eine Sanierung musste also in respektvollem Umgang mit dem Bestand sein, ein ergänzender Neubau sich zurückhaltend einpassen und zusammen mit dem historischen Gebäude zu einem harmonischen Ensemble verschmelzen.

Geplant war, die schlechten sanitären Anlagen und die kaum mehr nutzbare Küche des Sprecherhauses zu ersetzen. Dies aber nicht im historischen Haus selbst, sondern in einem Anbau. Im nordseitigen Anbau, der gleichzeitig der Erschliessung des Liftes dient, sind heute eine zeitgemässe Küche und neue sanitäre Anlagen untergebracht. Diese Lösung erlaubte, die Originalsubstanz des Sprecherhaus möglichst wenig zu tangieren. Die barocken Stuckaturen und Arventäfer, Steinplattenböden, Wachstuchtapeten mit Chinoiserien sowie die Öfen im alten Haus wurden belassen. Die Fenster wurden möglichst originalgetreu saniert. Ebenso erhielt das Dachgeschoss mit einer neuen Dämmung. Zusätzlich eingebaut wurde im Erdgeschoss eine kleine 2 ½-Zimmer-Ferienwohnung. Was es neu brauchte, wurde also im Anbau untergebracht werden, das alte Haus nur minimal energetisch saniert.

Um Raum zu schaffen für den Neubau auf der Nordseite gegen die offene Landschaft hin wurden ein altes Waschhaus zurückgebaut.

Auflage der Eigentümer für den Neubau waren drei Wohnungen für die Mitfinanzierung des alten Hauses. In der Planung wurden verschiedenste Positionen für diesen Bau ausprobiert.

Schliesslich wurde zusammen mit der Bauherrschaft entschieden, das alte Ofenhaus mit dem Torbogen zum Sprecherhaus, den Turm und die historischen Mauer als rahmengebend einzusetzen. Somit war auch klar, wie das neue Haus stehen musste, damit alt und neu zu einem Ensemble zusammenfanden.

Betrachtet man die Architektur im historischen Dorf, erkennt man eine etwas schmalere hochkantigere Bauweise der Häuser. Angelehnt daran, war die Idee, kleine Satteldachvolumen einzusetzen. Wichtig war auch zwischen Sprecherhaus und Neubau einen gepflästerten Innenhof entstehen zu lassen, den man durch das Tor betritt, ähnlich einer alten Gasse. Kleine angebaute Balkone geben den Blick in diesen gemeinschaftlich nutzbaren Raum frei. Die Tiefgarage, die über das Untergeschoss an das Sprecherhaus andockt ist, ist über eine schmale Seitengasse nordseits des Neubaus erreichbar, aus beiden Häusern auch per Lift.

 

 

 

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